{"id":574,"date":"2024-02-25T14:29:30","date_gmt":"2024-02-25T14:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/khoe.ch\/?page_id=574"},"modified":"2024-03-02T18:50:54","modified_gmt":"2024-03-02T18:50:54","slug":"franz-imboden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/khoe.ch\/index.php\/kunstlerin\/franz-imboden\/","title":{"rendered":"Franz Imboden"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Franz Imbodens Arbeiten zum Thema &#171;Kaleidoskopie&#187; waren vom 21. Februar bis 21. M\u00e4rz &#8217;03 in der Galerie Nordstrasse zu sehen. Die thematische Einschr\u00e4nkung erwies sich als Gl\u00fccksfall, da dadurch der Kern seines \u00e4usserst vielseitigen Werks sowie seines Denkens freigelegt wurde<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ausgangspunkt zu den Bildserien bildet die Sammlung von \u00fcber 150 Kaleidoskopen, welche der K\u00fcnstler im Laufe der Jahre konstruiert hat. Der Blick durch die oft komplexen, oft v\u00f6llig reduzierten R\u00f6hren weckt schlummernde Bilder aus der eigenen Kindheit, zugleich \u00f6ffnen sich dem neugierigen Forscher bizarre mikro- und makroskopische Formen. Dabei wird deutlich, dass die m\u00f6glichen Einstellungen eine Vielzahl von Sichtweisen samt den dazugeh\u00f6rigen Wahrheiten produzieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese spielerisch-wissenschaftlich anmutenden Objekte waren das theoretische Programm der ganzen Ausstellung: Sie fungierten gleichsam als &#171;kommunizierende R\u00f6hren&#187; zwischen der fassbaren Wirklichkeit unserer materiellen Lebenswelt und einer anderen Realit\u00e4t, welche sich etwa beim Anblick der Umsetzungen von Imbodens kaleidoskopischen Betrachtungen in uns entfaltet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In der Mitte der Bildfl\u00e4che solcher Umsetzungen befindet sich jeweils ein Grundelement aus Imbodens kaleidoskopischer Formensammlung. Von diesem zentralen Winkelger\u00fcst aus leitet er verschiedenste m\u00f6gliche Serien von Spiegelungen und Fragmentierungen ab. Je nach Winkel werden Symmetrien repetiert oder immer komplexere Rhythmen gebildet. Gewisse Wiederholungen t\u00fcrmen sich unvermittelt zu verschachtelten, n-dimensionalen W\u00fcrfeln, andere beginnen f\u00fcr den Betrachter auseinanderzubrechen und f\u00fchren nach aussen fortschreitend zu neuen Formen. Besonders die fein wechselnden Farbwerte bei den grossformatigen Kohlezeichnungen betonen zus\u00e4tzlich die starke Dynamik der Bilder. Diese erzeugt neue Muster und lockt den Betrachter in ein Labyrinth, dessen Ende unabsehbar ist. Bezeichnenderweise besitzen diese Bilder keine \u00e4usseren Rahmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Geschickt unterlaufen die konstruierten Arbeiten die festgefahrenen Bahnen unserer Wahrnehmung, indem sie geometrische Strukturen als Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis anbieten. Diese scheinbar sicheren Netze erweisen sich jedoch oft als abgr\u00fcndig. Man ist aufgefordert, die Ordnung zu verlassen und in eine andere Welt einzutauchen. Die hier angewandte subversive Strategie gegen\u00fcber Grenzen, totalen Formen und Gesetzen ist besonders listig, da sie diese benutzt, um sie im n\u00e4chsten Schritt zu hinterfragen. Imbodens Arbeiten k\u00f6nnte man als geistige Modelle bezeichnen: Sie sollen nichts definitiv beweisen, sonder lediglich auf gewisse Dinge hinweisen, die neben der banalen Realit\u00e4t noch sein k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die in den Mustern eingebauten figuralen Elemente, die auch auf Biographisches verweisen, sind nur fein anget\u00f6nt und nicht zentral f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Bilder. Trotz der engmaschigen Netze behalten Imbodens Bilder eine Offenheit, von welcher eine verf\u00fchrerische Sogwirkung ausgeht. Sie macht den Betrachter zum Komplizen dieses konstruktivistischen Rebellen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-668\" src=\"https:\/\/khoe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240302_151439-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2527\" srcset=\"https:\/\/khoe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240302_151439-scaled.jpg 2560w, https:\/\/khoe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240302_151439-300x296.jpg 300w, https:\/\/khoe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240302_151439-1024x1011.jpg 1024w, https:\/\/khoe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240302_151439-768x758.jpg 768w, https:\/\/khoe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240302_151439-1536x1516.jpg 1536w, https:\/\/khoe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240302_151439-2048x2022.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz Imbodens Arbeiten zum Thema &#171;Kaleidoskopie&#187; waren vom 21. 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